Lösung
Enterprise-Search-Lösungen: Welche Unternehmenssuche passt?
Enterprise-Search-Lösungen machen die erschlossenen Informationen eines Unternehmens auffindbar. Für die Auswahl zählt, welche Quellen durchsucht werden, wie Zugriffsrechte gelten und wie Änderungen im Suchbestand ankommen. Nexoria verbindet unterstützte, freigegebene Inhalte in Drive mit Dokumentensuche und Antworten von Nex samt Quellenangaben. Dateien, Index und Suche laufen in Deutschland; die Antwortgenerierung durch Mistral AI erfolgt in Frankreich. Ein Pilot mit eigenen Testfragen zeigt, ob dieser Ansatz zum vorgesehenen Arbeitsablauf passt.
Was ist Enterprise Search?
Enterprise Search bezeichnet die Suche über den Informationsbestand einer Organisation, im Unterschied zur Suche im offenen Web. Der Bestand ist geschlossen und uneinheitlich: Textdokumente, Tabellen, Präsentationen, PDF-Dateien, gescannte Unterlagen, Aufnahmen. Er ist zugleich nicht für alle gleich sichtbar, denn wer welche Unterlage einsehen darf, ergibt sich aus Rolle und Zuständigkeit.
Daraus folgen zwei Anforderungen, die eine Websuche nicht kennt. Erstens muss die Suche mit heterogenen Formaten umgehen, auch mit solchen, die keinen maschinell lesbaren Text enthalten. Zweitens muss die Berechtigung bei jedem Abruf geprüft werden. Ein Suchsystem, das beides nicht leistet, ist entweder unbrauchbar oder ein Datenschutzvorfall mit Suchschlitz.
Woran die interne Suche in der Praxis scheitert
Die Suche in einer Dateiablage arbeitet häufig über Dateinamen, Ordnerpfade und den indexierten Text. Bei einem rein lexikalischen Abgleich ohne Synonymerweiterung kann eine andere Wortwahl relevante Stellen verfehlen. Für die Frage nach einer Kündigungsfrist lohnt sich deshalb ein Vergleich: Findet die Suche auch den Abschnitt zur Beendigung des Vertragsverhältnisses?
Dazu kommen drei praktische Hürden. Gescannte Unterlagen enthalten Bilder statt Text und sind für eine Volltextsuche unsichtbar. Der Bestand liegt selten an einem Ort, sondern verteilt über Laufwerke, Cloud-Ordner und Postfächer. Und Treffer sind noch keine Antwort: Eine Liste von vierzig Dateien beantwortet keine Frage, sie verschiebt die Arbeit nur nach hinten.
Wie semantische Suche und RAG funktionieren
Die folgenden Abschnitte erklären die grundlegenden Verfahren. Wie ein konkretes System sie kombiniert, ergibt sich aus seiner Dokumentation und dem Test mit dem vorgesehenen Bestand.
Semantische Suche und Volltextsuche
Eine lexikalische Volltextsuche gleicht die Anfrage mit indexierten Wörtern ab und kann Treffer nach Häufigkeit und Seltenheit gewichten. Bei Aktenzeichen, Produktnummern und Eigennamen ist der genaue Abgleich hilfreich. Ohne Synonymerweiterung oder andere Sucherweiterungen kann eine abweichende Formulierung dazu führen, dass eine relevante Stelle nicht gefunden wird.
Eine semantische Suche vergleicht Bedeutungen. Dafür werden Textabschnitte in Vektoren überführt, also in Zahlenfolgen, die inhaltliche Nähe abbilden. Diese Darstellungen heißen Embeddings. Die Frage wird in denselben Raum überführt, und gesucht wird nach Nachbarschaft statt nach Übereinstimmung. Damit findet die Suche den Abschnitt über die Beendigung eines Vertragsverhältnisses auch dann, wenn nach Kündigungsfrist gefragt wurde.
| Kriterium | Volltextsuche | Semantische Suche |
|---|---|---|
| Verglichen wird | Zeichenketten und ihre Häufigkeit | Bedeutungsnähe von Vektoren |
| Andere Wortwahl als im Dokument | Ohne Synonymerweiterung möglicherweise kein Treffer | Treffer möglich |
| Aktenzeichen, Zahlen, Eigennamen | Sehr zuverlässig | Weniger zuverlässig als exakter Abgleich |
| Vorbereitung | Ein Wortindex über den Bestand | Zerlegung in Abschnitte und Berechnung der Embeddings |
| Nachvollziehbarkeit des Rankings | Aus den Trefferwörtern ableitbar | Aus einem Ähnlichkeitswert, nicht aus einzelnen Wörtern |
| Gescannte Seiten ohne Textebene | Nicht auffindbar | Erst nach Texterkennung auffindbar |
Die Verfahren schließen einander nicht aus. In der Praxis werden beide kombiniert und ihre Ergebnisse zusammengeführt. Dafür hat sich die Bezeichnung Hybrid-Retrieval eingebürgert.
Was RAG ist
RAG steht für Retrieval Augmented Generation. Das Verfahren verbindet eine Suche mit einem Sprachmodell: Zuerst holt ein Retrieval-Schritt die passenden Textabschnitte aus einem Bestand, danach formuliert das Modell die Antwort aus genau diesen Abschnitten. Das Modell antwortet also aus mitgelieferten Belegstellen und nicht allein aus seinem Trainingswissen.
Beschrieben wurde der Ansatz 2020 von Lewis und anderen auf der NeurIPS, die Fundstelle steht unten im Quellenverzeichnis. Für Unternehmen sind daran drei Punkte wichtig. Erstens ist die Antwort so gut wie die gefundenen Abschnitte: Findet der Suchschritt das Falsche, formuliert das Modell die falsche Antwort flüssig. Zweitens macht eine Quellenangabe die Herkunft überprüfbar; sie beweist noch nicht, dass die Quelle die konkrete Aussage trägt. Drittens muss die Berechtigungsprüfung im Suchschritt liegen und nicht erst danach, sonst gelangen Inhalte in eine Antwort, die der fragenden Person nicht offenstehen.
Welche Optionen gibt es?
Für den Zugang zum eigenen Dokumentenbestand gibt es vier gebräuchliche Wege, und nicht jeder führt zu einer Plattform.
- Bei der vorhandenen Suche bleiben. Die Dateiablage bringt eine Volltextsuche mit. Das genügt, solange der Bestand überschaubar ist und die Beteiligten die Begriffe kennen.
- Ein Suchsystem daneben stellen. Spezialisierte Suchplattformen indexieren vorhandene Quellen, ohne dass Dateien umziehen. Zu prüfen sind dabei die Anbindung jeder Quelle, die Übernahme der Zugriffsrechte und der Verarbeitungsort.
- Selbst bauen. Die Bausteine für Retrieval und Generierung sind frei verfügbar. Das ergibt maximale Kontrolle und verlagert Betrieb, Aktualisierung und Rechteprüfung ins eigene Haus. Ein Weg mit eigener Infrastruktur und quelloffener Software ist im Vergleich mit Nextcloud beschrieben.
- Ablage und Suche in einer Plattform. Ablage und Suchindex werden innerhalb derselben Plattform verwaltet. Bei Nexoria bildet der freigegebene Bestand in Nexoria Drive die Grundlage der Workspace-Suche. Beim Wechsel müssen Inhalte und deren Zugriffsrechte passend zugeordnet werden.
Die Entscheidung fällt selten am Funktionsumfang. Sie fällt an drei nüchternen Fragen: Muss der Bestand umziehen oder nicht? Wo darf verarbeitet werden? Und wer hält die Zugriffsrechte, wenn eine KI antwortet?
Vier Kriterien für die Auswahl Ihrer Unternehmenssuche
Halten Sie vor dem Vergleich einen vorgesehenen Arbeitsablauf und die benötigten Quellen fest. Die vier Fragen grenzen den passenden Ansatz ein; der Funktionsname allein belegt noch keine geeignete Integration.
| Kriterium | Konkrete Prüfung | Einordnung von Nexoria |
|---|---|---|
| Ort und Umfang der Quellen | Je Quelle festhalten, welche Inhalte übernommen werden und welche im Ursprungssystem bleiben müssen. | Die dokumentierte Suche nutzt den unterstützten, freigegebenen Bestand in Nexoria Drive. |
| Aktualisierung | Verantwortliche Person, maßgebliche Fassung und Übernahme von Änderungen und Löschungen festlegen. | Eine Automatisierungsanbindung belegt noch keinen vollständigen Suchkonnektor. Den Pflegeweg für den Suchbestand vereinbaren. |
| Zugriffsrechte | Benutzer- und Gruppenrechte zuordnen; dieselbe Frage mit berechtigtem und unberechtigtem Testkonto prüfen. | Workspaces bestimmen den freigegebenen Bestand. Treffer, Vorschau und Nex-Antwort getrennt kontrollieren, auch nach einem Rechteentzug. |
| Eignung im Arbeitsablauf | Typische Fragen, erwartete Quellen und bewusst fehlende Informationen vor dem Test festhalten. | Einen abgegrenzten Pilot mit eigenen Testdokumenten durchführen und beobachtete Ergebnisse dokumentieren. |
Ein Konnektorname beantwortet diese Fragen nicht allein. Elastic beschreibt in der Konnektordokumentation durchsuchbare Replikate und in den Sicherheitshinweisen Unterschiede bei dokumentbezogenen Rechten. Microsoft erläutert die Zuordnung und Pflege externer Gruppen. Diese Dokumentationen wurden am 10.09.2026 geprüft; sie belegen keine Elastic- oder Microsoft-Anbindung von Nexoria.
Nutzen Sie die bestehenden Prüfaufgaben der Dokumentensuche und das Prüfprotokoll mit 20 Testfällen. Halten Sie nach einem Rechteentzug auch den Beobachtungszeitpunkt fest. Der Pilot-Leitfaden führt die Ergebnisse zur Abnahme zusammen; die Auswahlcheckliste ergänzt Betriebsmodell und Gesamtkosten. Dies sind Prüfaufgaben, keine bereits gemessenen Nexoria-Ergebnisse.
Wie Nexoria Unternehmensdokumente durchsuchbar macht
Die Dokumentensuche durchsucht die Inhalte eines Workspaces semantisch. Sie steht an zwei Stellen zur Verfügung: im KI Chat und als eigenes Suchfenster außerhalb des Chats. Grundlage ist der Index über die unterstützten, freigegebenen Inhalte aus Nexoria Drive, es gibt keinen gesonderten Upload für die Suche.
- Hybrid-Retrieval. Stichwortsuche und semantische Suche laufen zusammen, damit Aktenzeichen ebenso gefunden werden wie sinngemäße Fragen.
- Quellenangabe. Jeder Treffer nennt das Quelldokument, dazu gibt es eine Vorschau mit Tabellen, Bildern und Formatierung. Antworten des KI-Assistenten Nex tragen dieselbe Referenz.
- Rechte im Suchschritt. Workspaces bestimmen, welche Personen und welche Chatbots welche Inhalte sehen. Die Trennung greift auf Datenbank- und Vektorspeicher-Ebene, jeder API-Endpunkt prüft serverseitig.
- Nicht textliche Inhalte. Audio wird transkribiert, Scans und Bilder werden über Texterkennung erschlossen. Beides geht in denselben Index.
- Ohne Tokenverbrauch. Die Dokumentensuche verbraucht keine KI-Tokens. Ist das Kontingent für den Chat aufgebraucht, bleibt der Zugriff auf das eigene Wissen über die Suche erhalten.
Wie aus dem durchsuchbaren Bestand geordnetes Wissen wird, steht unter Firmenwissen aus verstreuten Dateien. Welche Rolle die Ablage dabei spielt, beschreibt Cloud-Speicher mit KI.
Voraussetzungen
| Voraussetzung | Angabe | Fundstelle |
|---|---|---|
| Ort des Bestands | Durchsucht werden Inhalte, die in Nexoria Drive liegen und für einen Workspace freigegeben sind. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Rechteschnitt | Vor der Einführung muss feststehen, welche Teams und Projekte eigene Workspaces bekommen, denn daran hängt die Sichtbarkeit in der Suche. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Gescannte Unterlagen | Scans und Bilder benötigen Texterkennung, Aufnahmen eine Transkription, bevor sie im Index erscheinen. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Speicher im Tarif | 10 GB je Unternehmen im Tarif Base, 20 GB je Unternehmen im Tarif Pro. Darüber hinaus 0,20 Euro je GB und Monat, gerechnet nach übergebenen Quellbytes. | Preise geprüft am |
| Einrichtung | Wird individuell nach Aufwand berechnet, abhängig von der zu indexierenden Datenmenge. | Preise geprüft am |
| Weitere Quellen | E-Mail-Verläufe und Meeting-Protokolle kommen nur mit dem Zusatzprodukt Mail und Meet hinzu, 19 Euro in Base und 9 Euro in Pro je Nutzer und Monat. | Preise geprüft am |
Datenschutz und Infrastruktur
Bei einer Suche über den gesamten Dokumentenbestand ist der Verarbeitungsort keine Nebenfrage. Zu trennen sind dabei zwei Schritte: die Suche selbst und die Formulierung der Antwort.
| Schritt | Verarbeitungsort | Fundstelle |
|---|---|---|
| Ablage und Index | Dateien, Wissensindex und semantische Suche laufen auf dedizierten Servern in Deutschland. Website und Dashboard werden ebenfalls in Deutschland gehostet. Für Dateiablage, Wissensindex und semantische Suche wird keine Public-Cloud-Infrastruktur von AWS, Azure oder Google Cloud genutzt. | Sicherheit und Datenschutz geprüft am |
| Embeddings und semantische Suche | Dokument-Embeddings, Analyse und semantische Suche laufen vollständig lokal auf deutschen Servern. | Sicherheit und Datenschutz geprüft am |
| Antwortformulierung | Die Antwortgenerierung durch Nex nutzt Mistral AI mit Verarbeitung in Frankreich. | Mistral AI, Rechtliche Hinweise geprüft am |
| Mandantentrennung | Strikte Datenisolierung pro Mandant auf Datenbank- und Vektorspeicher-Ebene, Rollenmodell mit Admin, Mitglied und Betrachter, serverseitige Berechtigungsprüfung auf jedem API-Endpunkt. | Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten geprüft am |
| Technische Fehlerüberwachung | Weitere Dienste und aktivierte Integrationen sind gesondert zu betrachten: Fehlerüberwachung über Sentry, ohne Zugriff auf Dokumentinhalte, Zahlungsabwicklung über Stripe sowie Microsoft Graph und Gmail bei aktivierter E-Mail-Integration. Beim optionalen VoiceBot stellt Telnyx den Telefonanschluss in Frankfurt bereit; Spracherkennung und Sprachsynthese erfolgen über Voxtral von Mistral AI in Frankreich. Die Komponenten und beteiligten Anbieter sind unter Sicherheit und Datenschutz sowie im Verarbeitungsverzeichnis aufgeführt. | Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten geprüft am |
Beleg
Die von Nexoria an Mistral AI übermittelten Daten werden nicht für Modelltraining verwendet. Der Ausschluss ist im Auftragsverarbeitungsvertrag zwischen Nexoria und Mistral AI vereinbart.
Die Aussage bezieht sich auf die Nexoria-Konfiguration und den Vertrag mit Mistral AI; sie ist keine allgemeine Aussage zu allen Angeboten von Mistral AI.
Datenschutzrechtlich entscheidend sind Verarbeitungsort, Unterauftragsverarbeiter, Rechtsgrundlage und Auftragsverarbeitungsvertrag, nicht das Werbeversprechen einer Konformität.
Nexoria ist auf die Anforderungen der Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) ausgelegt. Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28, Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 und Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 sind öffentlich einsehbar. Es gibt keine Zertifizierungsstelle, die DSGVO-Konformität bescheinigt. Die Aussage ist eine Selbstauskunft mit öffentlich einsehbarem Unterbau.
Dateien, Wissensindex und semantische Suche laufen auf dedizierten Servern in Deutschland. Die Antwortgenerierung durch Nex nutzt Mistral AI mit Verarbeitung in Frankreich. Weitere Dienste und aktivierte Integrationen sind gesondert zu betrachten: Fehlerüberwachung über Sentry, ohne Zugriff auf Dokumentinhalte, Zahlungsabwicklung über Stripe sowie Microsoft Graph und Gmail bei aktivierter E-Mail-Integration. Beim optionalen VoiceBot stellt Telnyx den Telefonanschluss in Frankfurt bereit; Spracherkennung und Sprachsynthese erfolgen über Voxtral von Mistral AI in Frankreich. Die Komponenten und beteiligten Anbieter sind unter Sicherheit und Datenschutz sowie im Verarbeitungsverzeichnis aufgeführt. Alle eingesetzten Dienstleister stehen namentlich im Verzeichnis nach Art. 30.
Konkrete Funktionen
| Funktion | Angabe | Fundstelle |
|---|---|---|
| Zwei Zugänge | Die Dokumentensuche steht im KI Chat und zusätzlich als eigenes Suchfenster außerhalb des Chats zur Verfügung. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Suchverfahren | Semantische Suche über unterstützte, freigegebene Inhalte, kombiniert mit Stichwortsuche (Hybrid-Retrieval). | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Belege | Automatische Quellenangabe bei jedem Ergebnis, mit Dokumentvorschau samt Tabellen, Bildern und Formatierung. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Antwort aus Belegstellen | Nex formuliert aus den gefundenen Abschnitten eine Antwort und führt die Quellen mit. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Trennung je Workspace | Jeder Workspace hat eine eigene Wissensbasis, Rollen sind Admin, Mitglied und Betrachter. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Erschließung von Scans und Audio | Transkription und Texterkennung führen Aufnahmen, Scans und Bilder in denselben Index. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Suche für Website-Besucher | Chatbots beantworten Besucherfragen mit dem Wissen des ihnen zugewiesenen Workspaces, mit Quellenreferenz. | Produkt und Funktionen geprüft am |
| Tokenverbrauch | Die Dokumentensuche verbraucht keine KI-Tokens und läuft auch bei aufgebrauchtem Kontingent weiter. | Preise geprüft am |
Vergleich zur klassischen Suche in der Dateiablage
Die linke Spalte beschreibt das übliche Muster einer Volltextsuche in einer Dateiablage, nicht ein bestimmtes Produkt. Einzelne Anbieter stehen mit Fundstelle und Prüfdatum auf den Vergleichsseiten.
| Kriterium | Klassische Suche in der Dateiablage | Nexoria |
|---|---|---|
| Eingabe | Stichwörter, möglichst wie im Dokument | Frage in natürlicher Sprache |
| Ergebnis | Liste von Dateien | Antwort mit genanntem Quelldokument und Vorschau |
| Verfahren | Abgleich von Zeichenketten | Semantische Suche und Stichwortsuche kombiniert |
| Gescannte Unterlagen | Ohne Textebene nicht auffindbar | Texterkennung führt sie in den Index |
| Rechteprüfung | Auf Ebene der Dateifreigabe | Im Suchschritt, über Workspaces, dieselben Rechte für Suche, Nex und Chatbots |
| Verarbeitungsort der Suche | Wo die Ablage betrieben wird | Embeddings und semantische Suche vollständig lokal auf deutschen Servern |
| Nachweis der Herkunft einer Aussage | Manuell, durch Öffnen der Datei | Quellenangabe an Treffer und Antwort |
Fundstellen zur rechten Spalte: die Funktionsangaben stehen auf Produkt und Funktionen, die Verarbeitungsorte auf Sicherheit und Datenschutz, jeweils mit Stand vom 23.08.2026.
Grenzen, wann Nexoria nicht passt
- Der Bestand soll bleiben, wo er ist. Durchsucht wird, was in Nexoria Drive liegt. Wer viele Fachsysteme anbinden will, ohne Dateien zu bewegen, sucht ein Werkzeug mit Konnektoren zu genau diesen Quellen. Was Automatisierungen an vorhandene Software anbinden, ersetzt keinen vollständigen Suchkonnektor.
- Es wird eine belegte Trefferquote verlangt. Zur Suchqualität liegt keine veröffentlichte Messung mit Testdatensatz, Ground Truth und Metrik vor, ebenso wenig ein Kundenfall mit veröffentlichten Messwerten. Wer eine Zahl für die Ausschreibung braucht, bekommt sie hier nicht.
- Zertifizierung als Vergabevoraussetzung. Nexoria ist weder nach ISO 27001 noch nach SOC 2 zertifiziert, ein Zertifizierungsverfahren ist derzeit nicht terminiert. Die technischen und organisatorischen Maßnahmen orientieren sich am BSI IT-Grundschutz und sind umgesetzt, konkret an den Bausteinen ORP.4, CON.1, APP.5.3 und OPS.1.1.5. Das ersetzt kein Zertifikat. Eine Zertifizierung setzt ein externes Audit voraus, ein solches Verfahren ist derzeit weder beauftragt noch terminiert.
- Sehr große Bestände. Enthalten sind 10 GB je Unternehmen beziehungsweise 20 GB je Unternehmen, darüber hinaus kostet Speicher 0,20 Euro je GB und Monat. Bei Beständen im Terabyte-Bereich gehört das vor die Entscheidung gerechnet, zusammen mit dem Aufwand für die Ersteinrichtung.
- Eigenbetrieb ist Pflicht. Darf der Bestand das eigene Rechenzentrum nicht verlassen, ist quelloffene Software der richtige Weg, siehe Vergleich mit Nextcloud.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Volltextsuche und semantischer Suche?
Die lexikalische Volltextsuche gleicht Anfragen mit indexierten Wörtern ab. Ohne Synonymerweiterung oder andere Sucherweiterungen kann eine abweichende Wortwahl relevante Stellen verfehlen. Semantische Suche vergleicht die Bedeutung von Frage und Textabschnitten über Vektoren. Der genaue Abgleich hilft bei Aktenzeichen, Zahlen und Eigennamen; Bedeutungsnähe kann bei sinngemäßen Fragen helfen. Nexoria kombiniert Stichwortsuche und semantische Suche, in der Produktbeschreibung Hybrid-Retrieval genannt.
Was bedeutet RAG?
RAG steht für Retrieval Augmented Generation. Das Verfahren verbindet zwei Schritte: Zuerst sucht ein Retrieval-System die passenden Textabschnitte aus einem Bestand heraus, danach formuliert ein Sprachmodell aus genau diesen Abschnitten die Antwort. Das Modell antwortet also aus mitgelieferten Belegstellen und nicht allein aus seinem Trainingswissen. Beschrieben wurde das Verfahren 2020 von Lewis und anderen bei NeurIPS. Bei Nexoria liefert die Dokumentensuche die Belegstellen, Nex formuliert daraus die Antwort mit Quellenangabe. Die angegebene Quelle muss die konkrete Aussage tragen; ihr Vorhandensein allein beweist noch keine richtige Antwort.
Bekommen Mitarbeitende über die Suche Inhalte, die sie nicht sehen dürfen?
Die Sichtbarkeit richtet sich nach dem Workspace, jeder Workspace hat eine eigene Wissensbasis. Strikte Datenisolierung pro Mandant auf Datenbank- und Vektorspeicher-Ebene, Rollenmodell mit Admin, Mitglied und Betrachter, serverseitige Berechtigungsprüfung auf jedem API-Endpunkt. Dieselben Rechte gelten für die Dokumentensuche, für Nex und für Chatbots.
Welche Inhalte kann die Suche erfassen?
Erfasst werden unterstützte Inhalte, die in Nexoria Drive liegen und für einen Workspace freigegeben sind. Audio wird transkribiert, Scans und Bilder werden über Texterkennung erschlossen, die Ergebnisse gehen in denselben Index. Mit dem Zusatzprodukt Mail und Meet kommen E-Mail-Verläufe und Meeting-Protokolle hinzu. Welche Dateiformate im Einzelnen indexiert werden, ist öffentlich nicht dokumentiert.
Wo läuft die Suche technisch?
Dokument-Embeddings, Analyse und semantische Suche laufen vollständig lokal auf deutschen Servern. Die Antwortgenerierung durch Nex nutzt Mistral AI mit Verarbeitung in Frankreich. Die Dokumentensuche selbst verbraucht keine KI-Tokens und bleibt auch dann verfügbar, wenn das Kontingent für den KI-Chat aufgebraucht ist.
Wie gut sind die Treffer?
Prüfen Sie die Treffer mit typischen Fragen aus Ihrem eigenen Dokumentenbestand. Legen Sie die erwartete Quelle und den gültigen Dokumentstand vorher fest; ergänzen Sie eine Frage ohne belegte Antwort und einen Zugriff mit einem nicht berechtigten Testkonto. Das vorhandene Prüfprotokoll hilft, tatsächliches Ergebnis und Abweichungen festzuhalten. Eine veröffentlichte Nexoria-Trefferquote mit offengelegtem Testdatensatz und Methodik liegt bisher nicht vor; das Ergebnis des eigenen Piloten wird deshalb nicht durch eine pauschale Prozentzahl ersetzt.
Quellen
Stand
- Lewis et al., Retrieval-Augmented Generation for Knowledge-Intensive NLP Tasks. Advances in Neural Information Processing Systems 33, NeurIPS, 2020. https://arxiv.org/abs/2005.11401 Abgerufen am .Erstbeschreibung des RAG-Verfahrens, Fundstelle für den Abschnitt über Retrieval und Generierung.
- Verordnung (EU) 2016/679, Datenschutz-Grundverordnung. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2016. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32016R0679 Abgerufen am .Fundstelle für die auf dieser Seite genannten Artikel 28, 30 und 35.
Stand
Nächster Schritt
Besprechen Sie mit uns den vorgesehenen Arbeitsablauf, Ihre Quellen und die nötigen Zugriffe. Gemeinsam lässt sich ein abgegrenzter Pilot vorbereiten. Produktzugang und Onlinekauf sind derzeit noch in Vorbereitung; praktische Ergebnisse werden erst mit dem verfügbaren Zugang geprüft.